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Intersektionalität

Disclaimer: Wir sind selbst keine Experten*innen

Content Note: Es geht um die überschneidung verschiedener Diskriminierungsformen. In den Beispielen geht es um die Überschneidungen zwischen Rassismu und Sexismus bzw. Sexismus und Ableismus. Wenn ihr Kritik oder Anmerkungen habt, dann meldet euch gerne bei uns.

1. Einstieg

“Für mich gab es nie eine klare Trennung zwischen Sexismus erleben und Rassismus erleben." –> immer als Schwarzes Mädchen und Schwarze Frau Rassismus und Sexismus in der Verschränkung erlebt (Tupoka Ogette)

  • Verschränkung = Thema heute
  • Bezeichnung dafür - Intersektionalität
  • Ursprung: Ende der 1980er Jahre in den USA - Kimberlé Crenshaw
  • Zusammenspiel von race & gender –> Betroffenheit Schwarzer Frauen von Diskriminierung
  • Missouri 1976: Klage gegen General Motors durch Schwarze Frauen: diskriminiert durch Einstellungspolitik
  • Da General Motors Weiße Frauen einstellte, konnten die Klägerinnen keinen Sexismus-Vorwurf vorbringen, und da Schwarze Männer eingestellt wurden, konnte ein Rassismus-Vorwurf ebenso wenig zum Tragen kommen.
  • Crenshaw folgert, dass im Falle einer Überkreuzung/ Überschneidung von Kategorien, auch spezifische Bedürfnisse betrachtet werden müssen, die sich nicht einfach aus der getrennten Betrachtung der Kategorien folgern lassen.
  • Sie malt das Bild einer Straßenkreuzung, an der beide Kategorien zusammenkommen, und an der sich bei einem Unfall weder die “Gender-Ambulanz” noch die “Race-Ambulanz” zuständig fühlen.

2. Erklärung an der Straßenkreuzung

Bild der Straßenkreuzung hat mehrere Bedeutungsebenen

1. die Überschneidung (Kreuzung) von Rassismus und Sexismus als Diskriminierungsprozesse und strukturelle Unterdrückungssysteme

2. die Positionierung von Schwarzen Frauen sowie anderen marginalisierten und mehrfach diskriminierten Gruppen an diesem Kreuzungspunkt

3. die Positionierung in der Mitte einer Kreuzung erhöht das Risiko, in einen Unfall verwickelt zu werden. Intersektionalität adressiert damit auch die besonderen Verletzungsrisiken von Schwarzen Frauen und anderen marginalisierten Gruppen, aus der sich eine spezifische Schutzbedürftigkeit ergibt.

4. Es gibt nicht nur eine Ursache für einen etwaigen Unfall. Entsprechend ist keine eindeutige Schuldzuweisung oder Schuldfeststellung möglich.

Es gibt aber auch Kritik am Bild der Straßenkreuzung

Ein weiteres Beispiel, um zu verdeutlichen, dass sich die Diskriminierungsformen eben nicht einfach addieren, und daher getrennt betrachtete werden können, sondern dass sich aus dem Zusammenspiel eine ganz neue Form der Diskriminierung entsteht: Frauen ohne Behinderung werden häufig auf ihr Geschelcht und eine vermeidnliche Rolle als Mutter reduziert Frauen mit Behinderung berichten dagegen, dass “ihnen eine Geschlechtsidentität eher verweigert wird”, was sich zum Beispiel dadurch zeigt, dass sie von unbekannten Passant*innen tendentiell eher als Jungen identifiziert würden, oder dass sie bei Toilettenschildern (Frauen, Männer, Menschen mit Behinderung) als eine dritte geschelchtslose Kategorie aufgeführt werden Außerdem wird “eine Familiengründung für [… sie] tendenziell nicht als Option gesehen” (vgl. Walgenbach, S.30)

–> "Es [Intersektionaliät] bedeutet im Grunde: Diskriminierung innerhalb von Diskriminierung bekämpfen, Ungleichheit innerhalb von Ungleichheit sichtbar machen und Minderheiten und innerhalb von Minderheiten empowern" (Why we matter - Das Ende der Unterdrückung von Emilia Roig, S.16)

intersektionalitaet.1623859198.txt.gz · Zuletzt geändert: von viajera96